Forschungsprojekte zur Medienkonvergenz werden gefördert

Der Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität fördert in den kommenden Monaten zwei Forschungsprojekte, die von Mitgliedern der DySCo-Forschergruppe konzipiert wurden, mit je 15.000 Euro:

Svenja Schäfer und Christian Schemer waren gemeinsam mit Leonard Reinecke mit dem Projekt „Selective Exposure Online: Die Rolle von Einstellungskonformität und Social Cues bei der Selektion von Online-Nachrichten“ erfolgreich. In zwei Experimenten soll dabei die Bedeutung von ‚Likes‘ und Empfehlungen bei der Rezeption von Nachrichten auf klassischen Nachrichtenseiten und auf sozialen Netzwerken als Vielfaltstreiber untersucht werden. Das Informationsangebot im Internet ermöglicht es, die Nachrichtenrezeption zeitlich und inhaltlich in hohem Maße an individuelle Präferenzen anzupassen. Das Social Web birgt vor diesem Hintergrund das Potential, dass sich der Einfluss von Einstellungen und Interessen relativiert und Social Cues eine heterogenere Nachrichtenrezeption fördern.

Philipp Müller und Christian Schemer werden in der Studie „Medienkonvergenz aus Nutzersicht. Eine Exploration der existierenden Vorstellungen mittels kognitiver Verfahren“ untersuchen, welche Vorstellungen Medienrezipienten von den Veränderungsprozessen im Medienbereich haben. Diese Untersuchung baut auf der gerade fertig gestellten Doktorarbeit von Philipp Müller auf, in der sich gezeigt hat, dass Vorstellungen über den Medienwandel zahlreiche Konsequenzen haben können – über die Zahlungsbereitschaft für Medieninhalte und medienpolitische Einstellungen bis zum individuellen Stressempfinden. Mit der nun beantragten Untersuchung mittels kognitiver Verfahren soll noch einmal tiefergehend erforscht werden, welche Veränderungen im Medienbereich auf welche Weise wahrgenommen werden.

Dieser Artikel wurde am 11. Mai 2015 publiziert und unter Aktuelles abgelegt.