Themenvorschläge für Abschlussarbeiten

Hier finden Sie eine Reihe von möglichen Themen für Abschlussarbeiten unter Betreuung von Mitarbeitern des DySCo-Teams. Mögliche Themen sind natürlich nicht auf diese Liste beschränkt. Sie sollten jedoch im Rahmen der Forschungsschwerpunkte der betreuenden Person liegen. Über diese können Sie sich auf unseren Team-Seiten informieren.

Wirkung von Talkshow-Auftritten von Spitzenpolitikern (Ansprechpartner: Stefan Geiß & Christian Schemer)

Politische Talkshows erreichen jede Woche ein Millionenpublikum und sind ein fester Bestandteil des Informationsangebots gerade der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Über ihre Qualität wird jedoch genauso kontrovers diskutiert wie über das Bild von Politik und Politikern, das sie vermitteln. Auf Grundlage einer umfangreichen mit Schlagworten versehenen Materialsammlung können experimentelle Studien designt werden, die etwa die Wirkung von argumentativen Figuren, aggressivem Verhalten, unhöflichem Verhalten auf das Publikum untersuchen.

Selective Exposure bei Informationsangeboten auf sozialen Netzwerkseiten (Ansprechpartner: Svenja Schäfer & Christian Schemer)

Bei der Flut an Informationen, die Bestandteil des Alltags sind, ist es permanent erforderlich, dass Menschen Informationen selektieren. Gemäß der Selective Exposure Hypothese spielen dabei bereits vorhandene Einstellungen und Meinungen eine entscheidende Rolle, da Menschen es bevorzugen sich eher einstellungskonsistenten als einstellungsinkonsistenten Informationen zuzuwenden. Durch die zunehmende Verbreitung von Nachrichten auf Social Network Sites, kommen neue Relevanzindikatoren hinzu (z.B. Likes, Shares, Kommentare), die den Selektionsprozess ebenfalls beeinflussen. Abschlussarbeiten könnten sich entweder theoretisch der Frage nähern, wie diese Relevanzindikatoren mit persönlichen Einstellungen „konkurrieren“, oder aber Experimente konzipieren bzw. durchführen.

Wirkung von medial vermittelten Stereotypen auf Vorurteile gegenüber sozialen Gruppen (Ansprechpartner: Christian Schemer & Philipp Müller)

Soziale Gruppen, wie Asylsuchende, Arbeitslose, ältere Menschen, Frauen oder Menschen mit Behinderung werden in der Berichterstattung oft in stereotyper Weise dargestellt. Solche Darstellungen können Vorurteile gegenüber diesen Gruppen in der Gesellschaft hervorrufen und verfestigen und damit Integration erschweren. Gleichzeitig stellen solche Darstellungen für die betroffenen Gruppen einen Stressfaktor dar, der einen beträchtlichen Einfluss auf Einstellungen und Verhalten ausüben kann. Der besondere Fokus von Abschlussarbeiten soll auf den spezifischen Prozessen liegen, die solchen Wirkungen zugrunde liegen.

Mediale Darstellung sozialer Gruppen, u.a. Geschlechter (Ansprechpartner: Svenja Schäfer, Christian Schemer & Philipp Müller)

Die Medienberichterstattung beschreibt und bewertet soziale Gruppen. Mit Inhaltsanalysen soll in diesem Themenfeld nachvollzogen werden, wie dies bei welchen Gruppen durch welche Medien geschieht. Ein Beispiel sind Geschlechterstereotype, die sowohl Männer als auch Frauen betreffen. Diese werden häufig in medialen Darstellungen reproduziert und damit gefestigt. Dies trifft in besonderer Weise auf Darstellungen in der Anzeigenwerbung zu, da hier mit nur einem Bild eine Botschaft an Leser übermittelt werden muss. Anknüpfend an ein bereits abgeschlossenes Forschungsprojekt zu Geschlechterstereotypen im Spiegel, könnten Abschlussarbeiten sich mit weiteren politischen Zeitschriften im Inland (z.B. Stern, Focus) oder Ausland befassen. Der besondere Schwerpunkt soll dabei auf Veränderungen im Zeitverlauf liegen.

Die Rolle der Medien in der "Flüchtlingskrise" (Ansprechpartner: Christian Schemer & Philipp Müller)

Eine der bedeutsamsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit stellt der Umgang mit geflüchteten Menschen dar. 2015 erreichte die Zahl der in Deutschland Asylsuchenden ein historisches Zwischenhoch. Nun müssen die Geflüchteten in Deutschland gesellschaftlich integriert werden. Der Mediendiskurs zur sog. "Flüchtlingskrise" spielt dabei eine entscheidende Rolle. In Inhaltsanalysen und Wirkungsstudien soll in diesem Themenbereich untersucht werden, wie die Gruppe der Geflüchteten von den Medien dargestellt wird und welche Folgen die Medienberichterstattung für Einstellungen gegenüber Geflüchteten und das daraus resultierende Verhalten, z.B. für Kooperation und Hilfsbereitschaft, hat.

Glücksspielwerbung (Ansprechpartner: Christian Schemer)

Die Verbreitung von Glücksspielen im Internet, wie Sportwetten, Online-Poker, hat zugenommen. Ein Treiber dafür ist unter anderem die Werbung für Glücksspiele. Bislang existiert wenig systematische inhaltsanalytische Forschung zu Inhalten und Darstellungsformen von Glückspielwerbung im Internet. Noch weniger Kenntnisse existieren über die Wirkung solcher Werbung auf unterschiedliche Zielgruppen aufgrund von experimentellen Untersuchungen. In diesem Bereich sind sowohl Theoriearbeiten in der Form von Forschungssynopsen als auch empirische Untersuchungen (Inhaltsanalyse, Experiment) möglich.

Wirkung von Attraktivitätsidealen (Ansprechpartner: Christian Schemer)

Attraktivität von Kommunikatoren (z. B. Werbemodels, Entertainer etc.) ist ein wichtiges Merkmal von medialen Darstellungen. Auch in sozialen Medien neigen Personen zu einer idealisierten Selbstdarstellung, die die eigene Attraktivität akzentuiert. Die Darstellung von Attraktivität hat durchaus positive Wirkungen, z. B. Aufmerksamkeitssteigerung, Imagetransfer. Gleichzeitig treten jedoch ungewollte Nebenwirkungen auf, weil sich soziale Vergleiche mit attraktiveren Personen für Rezipienten häufig negativ auf das eigene Körperbild und entsprechendes Gesundheitsverhalten auswirken können. Abschlussarbeiten sollen die Bedingungen und Prozesse untersuchen, unter denen es zu (un)intendierten Wirkungen von medial vermittelter Attraktivität kommt.

Wirkung von Alkohol in Mediendarstellungen (Ansprechpartner: Christian Schemer)

Eine Reihe von Studien belegt, dass die positiv konnotierte Darstellung von Alkohol in Filmen, Serien, in der Werbung oder sozialen Medien das Image von Alkohol begünstig und die Nebenfolgen des Alkoholkonsums ausblendet. Mediale Darstellungen von Alkohol als Placements oder von Alkoholkonsum können auf unterschiedlichem Wege die Einstellungen von Rezipienten zu alkoholischen Getränken beeinflussen und sich auf diesem Wege auch auf den Konsum von Alkohol auswirken. Abschlussarbeiten sollen herausarbeiten, wie Alkohol medial dargestellt wird (Inhaltsanalysen unterschiedlicher Mediendarstellungen), wie solche Botschaften verarbeitet werden und wie sie sich auf Einstellungen gegenüber und Konsum von Alkohol auswirken (Befragungen und Experimente).